Aus dem Blaumännle:

Beim Jahreskonzert des Musikvereins Hochsträß in der Halle am Schinderwasen erlebten die Besucher ein abwechslungsreiches Programm. Rund 300 Zuhörer erfreuten sich am dargeboten breiten Repertoire.

Das über 50-köpfige Blasorchester des Musikvereins Hochsträß unter der Leitung von Dietmar Ruf setzte gleich beim ersten Stück ein Ausrufezeichen. Die Musiker konnten "Pomp and Circumstance No.1" des legendären Altmeisters Edward Elgar sehr gekonnt in Szene setzen. So muss sich konzertante Blasmusik anhören. Ein differenziertes Klangbild, eine ausgefeilte Dynamik und gut gemeisterte Tempowechsel sorgten für großes Hörvergnügen. Very British, mit viel Pomp, majestätisch-feierlich zelebrierten die Bläser diese beliebte Komposition, die als heimliche Nationalhymne der Briten gilt. Kino für die Ohren gab es mit "Lawrence of Arabia", einer Filmmusik aus dem Jahr 1962. Die Ouvertüre ist klanglich sehr farbig gestaltet, einzelne Register kamen immer wieder in dem differenziert gespielten Stück besonders zur Geltung. Natürlich sorgte die bekannte Titelmelodie für ein freudiges Wiedererkennen. Unter der Leitung von Dietmar Ruf hat sich das Orchester hörbar weiterentwickelt. Der Dirigent hat an Nuancen gearbeitet, was sich ausgezahlt hat. Ruf dirigiert mit sparsamer Geste, sorgt aber immer für die notwendigen Impulse. Auch das technisch anspruchsvolle Werk "Lord Tullamore" von Carl Wittrock meisterte das Orchester sehr gut. Irische Folks- und Tanzmusik sind in das Stück mit hineingearbeitet und kommen immer wieder munter zum Vorschein. Ruhig, transparent gespielte Passagen wechseln sich ab mit temperamentvollen Teilen. Einzelne Spieler traten immer wieder in Vordergrund. Das hohe spielerische Niveau zeigte sich besonders in den Piano-Stellen. Am Ende schöpft das Orchester beeindruckend sein Klangpotential aus. Nach der Pause ging es mit moderner, unterhaltsamer Kost querbeet weiter. Dass die Musiker auch in der Welt des Samba und Bossa Nova, des Swing und Jazz trittsicher sind, bewiesen sie mit dem Titel "The Girl from Ipanema" von Antonio Jobim. Ein Medley von bekannten Titeln der britischen Ausnahme-Sängerin Adele sorgte für Begeisterung bei den Zuhörern. Rock´n´Roll aus den 50er Jahren gab es bei der Musik zum Musical "Grease" zu hören. Tosender Applaus für mitreißende Klänge. Ohne Zugaben ließen sich die Zuhörer allerdings nicht nach Hause schicken. Von einem Blasorchester erwartet das Publikum einfach einen Marsch bei einem Konzert. Und den ließen sich die Zuhörer gerne von den Akteuren blasen. Einen starken Auftritt legte hier vor allem das tiefe Blech hin. Zu Beginn hatten die Nachwuchsmusiker der Jugendkapelle unter der Leitung von Jeanette Wolling ihr Können anhand mehrerer Stücke bewiesen. Für ihre gelungenen Darbietungen ernteten sie ebenfalls viel Applaus. Vereinsvorsitzender Klaus Mang sparte zu Recht nicht mit lobenden Worten für sein Orchester. Martin Menzen vom Blasmusik-Kreisverband-Ulm-Alb-Donau konnte vier aktive Spielerinnen und Spieler für langjährige Tätigkeit auszeichnen. Andrea Dubb und Michael Stark erhielten für 30 Jahre die goldene Ehrennadel. Teresa Seiffert und Fabian Braun wurden für 10 Jahre mit der bronzenen Ehrennadel ausgezeichnet.

 

Erscheinungsdatum: 01.12.2017, Copyright Das Blaumännle/MARGOT AUTENRIETH-KRONENTHALER

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